Großregion
Direkter Zug Luxemburg–Saarbrücken–Mannheim rückt näher – doch kaum vor Mitte der 2030er-Jahre
Eine gemeinsame Machbarkeitsstudie von vier Partnern der Großregion hält eine direkte Bahnverbindung von Luxemburg nach Mannheim für grundsätzlich machbar – ein regulärer Regionalverkehr wäre frühestens ab Mitte der 2030er-Jahre möglich.

Eine seit Langem geforderte direkte Bahnverbindung von Luxemburg nach Osten in Richtung Deutschland wird erstmals durch eine offizielle Studie gestützt, die ihren Bau für machbar erklärt. Doch dieselbe Studie macht deutlich: Pendlerinnen, Pendler und Reisende, die auf einen Direktzug nach Mannheim hoffen, werden sich noch bis mindestens zur Mitte des kommenden Jahrzehnts gedulden müssen.
Wie aus einem gemeinsamen Kommuniqué des luxemburgischen Ministeriums für Mobilität und öffentliche Bauten hervorgeht, haben vier Partner der Großregion – Luxemburg, die deutschen Länder Saarland und Rheinland-Pfalz sowie die französische Region Grand Est – eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese kommt zu dem Schluss, dass eine direkte Bahnstrecke Luxemburg–Saarbrücken–Mannheim umsetzbar ist, benennt zugleich aber die verbleibenden Hindernisse.
Die Studie hält eine direkte Bahnverbindung Luxemburg–Saarbrücken–Mannheim für grundsätzlich machbar und identifiziert dabei technische, infrastrukturelle, rechtliche und finanzielle Herausforderungen.
Was die Studie tatsächlich aussagt
Die Ergebnisse wurden am Freitag, dem 6. Februar 2026, bei einem Arbeitstreffen in Luxemburg vorgestellt, zu dem Mobilitätsministerin Yuriko Backes eingeladen hatte. Am Tisch saßen die saarländische Ministerin für Umwelt, Klima, Mobilität, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Petra Berg; der rheinland-pfälzische Staatssekretär für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität, Michael Hauer; sowie die Regionalrätin Evelyne Isinger, die den Präsidenten der Region Grand Est vertrat.
Beim Zeitplan wird das Kommuniqué deutlich. Der Aufbau einer Direktverbindung als regulärer Regionalverkehr erfordere, so heißt es wörtlich, „eine längere Vorbereitungszeit und wird mit Zustimmung aller Partner frühestens ab Mitte der 2030er-Jahre möglich sein". Wie das Portal Chronicle.lu ergänzt, hängt dieser Horizont zudem von der Verfügbarkeit von Bundesmitteln ab.
Schnellere Zwischenlösungen
Im Bewusstsein, dass Mitte der 2030er-Jahre noch weit entfernt ist, vereinbarten die vier Partner, kurzfristigere Optionen zu prüfen. Dazu gehören eine vertiefte Analyse gelegentlicher Fernverbindungen und die Untersuchung einer Verlängerung bestimmter bestehender Fernverkehrsangebote – etwa bis nach Saarbrücken. Außerdem soll eine technische Arbeitsgruppe eingerichtet werden, die sich regelmäßig über bewährte Verfahren, gewonnene Erkenntnisse und Fragen der Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr austauscht.
Der politische Hintergrund ist ein Arbeitsmarkt, der zunehmend über die Grenzen hinausreicht. Laut dem gemeinsamen Kommuniqué überquerten 2024 täglich 276.360 Menschen die Grenzen, um in der Großregion zu ihren Arbeitsplätzen zu gelangen – die überwiegende Mehrheit von ihnen arbeitet im Großherzogtum. Keine andere Region der Europäischen Union zähle so viele Grenzgängerinnen und Grenzgänger, betonten die Partner.
Vorstoß in Richtung Berlin
Seit Februar ist die Dynamik erhalten geblieben. Das Wirtschaftsmagazin Paperjam berichtete am 31. Mai 2026, dass die Studie zur Verbindung Luxemburg–Saarbrücken–Mannheim kurz vor dem Abschluss stehe und dass Backes bei Gesprächen „in dieser Woche" mit dem deutschen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder auf bessere Bahnanbindungen nach Deutschland gedrängt habe. Zu den besprochenen Zielen gehörten Mannheim und Köln, Letzteres über die Eifelstrecke durch Trier erreichbar.
Der CDU-Politiker Schnieder leitet das Bundesverkehrsministerium in der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz seit 2025 und folgte auf Volker Wissing. Damit ist er ein zentraler Ansprechpartner für jedes grenzüberschreitende Projekt, das von deutschen Infrastrukturentscheidungen und Bundesmitteln abhängt.
Vorerst bleibt die Ostachse Luxemburgs Schwachstelle. Die Bahnkapazität in Richtung Deutschland hinkt seit Langem den besser ausgebauten Verbindungen nach Frankreich und Belgien hinterher. Die neue Studie ist zwar ermutigend, bestätigt aber, dass das Schließen dieser Lücke ein Projekt sein wird, das eher in Jahren als in Monaten zu messen ist.
Häufig gefragt
- Wann könnte ein direkter Zug von Luxemburg nach Mannheim fahren?
- Ein regulärer Regionalverkehr wäre laut dem gemeinsamen Kommuniqué mit Zustimmung aller Partner frühestens ab Mitte der 2030er-Jahre möglich. Der Zeitplan hängt zudem von der Verfügbarkeit von Bundesmitteln ab.
- Welche Partner stehen hinter der Studie?
- Die Machbarkeitsstudie wurde gemeinsam von Luxemburg, den deutschen Ländern Saarland und Rheinland-Pfalz sowie der französischen Region Grand Est in Auftrag gegeben.
- Welche kurzfristigen Lösungen werden geprüft?
- Die Partner prüfen gelegentliche Fernverbindungen sowie die Verlängerung bestehender Fernverkehrsangebote, zum Beispiel zwischen Luxemburg und Saarbrücken. Außerdem wird eine technische Arbeitsgruppe eingerichtet.
- Warum ist die Bahnverbindung nach Deutschland so wichtig?
- 2024 pendelten täglich 276.360 Menschen über die Grenzen der Großregion, die meisten nach Luxemburg. Die Ostachse Richtung Deutschland gilt als Schwachstelle, da sie hinter den Verbindungen nach Frankreich und Belgien zurückbleibt.
Quellen
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