Polizeistatistik

Kriminalität in Luxemburg: Was sich zwischen 2015 und 2025 verändert hat

Die Fallzahl ist kaum höher als vor zehn Jahren, die Quote pro Einwohner aber niedriger. Zugleich nahmen Gewalt, Drohungen und häusliche Gewalt zu.


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Printed crime statistics charts and a report folder on a desk near a Luxembourg street window.
Der Zehnjahresvergleich zeigt weniger registrierte Kriminalität pro Einwohner, aber mehr Gewaltkategorien.AI-generated image: OpenAI / Étude

Luxemburgs Kriminalitätsstatistik erzählt zwei verschiedene Geschichten, je nachdem ob man die absoluten Fälle oder die Quote pro Einwohner betrachtet. 2015 registrierte die Police Grand-Ducale 40.353 Straftaten und eine Kriminalitätsrate von 7.168 Delikten pro 100.000 Einwohner. 2025 bearbeitete die Polizei 41.489 Fälle, die Quote lag aber bei 6.005.

Die absolute Zahl der Fälle ist damit nur 2,8% höher als vor zehn Jahren, während die Quote pro Einwohner um rund 16,2% niedriger liegt. Luxemburg ist gewachsen, ohne dass die polizeilich registrierte Kriminalität im gleichen Verhältnis mitgewachsen wäre.

Methodisch bleibt Vorsicht nötig. Polizeistatistiken erfassen bekannte Taten: von Beamten festgestellte und von Bürgern gemeldete Delikte. Die Polizei weist selbst darauf hin, dass ein Ereignis mehrere Straftaten umfassen kann, dass sich die rechtliche Einordnung ändern kann und dass nicht gemeldete Taten fehlen.

In den Unterkategorien ist der Wandel deutlicher. Gewaltdiebstähle lagen 2015 bei 494 vollendeten Fällen. 2025 nennt die Polizei 731 Fälle von Diebstahl mit Gewalt oder Drohung. Die veröffentlichten Kategorien sind nicht vollkommen identisch formuliert, doch die Richtung ist eindeutig: Der Wert liegt deutlich über dem Niveau von 2015.

Auch Gewalt gegen Personen nimmt mehr Raum ein. Vorsätzliche Körperverletzungen stiegen von 2.939 Fällen im Jahr 2015 auf 4.111 im Jahr 2025, also um fast 40%. Einsätze wegen häuslicher Gewalt stiegen von 802 auf 1.297, rund 61,7% mehr. Drohungen erhöhten sich von 1.595 auf 2.468 Fälle, Diffamierung, Verleumdung und Beleidigungen von 1.714 auf 2.416.

Bei Eigentumsdelikten ist das Bild gemischter. 2015 waren Straftaten gegen Eigentum mit 23.561 Fällen die größte Gruppe. 2025 entfielen allein auf Diebstähle 20.355 Fälle, darunter 13.945 einfache Diebstähle. Direkt vergleichbarer ist der Fahrzeugdiebstahl: 302 gestohlene Fahrzeuge 2015 gegenüber 279 gestohlenen Privatwagen 2025.

Einbrüche lassen sich nicht sauber in eine einzige Zehnjahreszahl pressen. 2025 gingen Einbrüche in unbewohnte Objekte auf 459 Fälle zurück, während Einbrüche in bewohnte Häuser, Wohnungen und Keller leicht auf 1.576 stiegen. Die Präsentation 2015 nennt Einbrüche als wichtige Kategorie, liefert im Zusammenfassungstext aber keinen gleich zugeschnittenen Gesamtwert.

Auch bei Drogen hat sich die Darstellung verändert. 2015 zählte die breite Kategorie “Stupéfiants” 4.675 Fälle. Für 2025 nennt der Polizeibericht keinen direkt vergleichbaren Gesamtwert in der Pressemitteilung, berichtet aber Rückgänge bei Handel, Besitz und Konsum gegenüber 2024 sowie 216 aufgegriffene mutmaßliche Dealer.

Der Zehnjahresbefund lautet daher: Luxemburgs registrierte Gesamtkriminalität ist nicht explodiert; pro Einwohner ist sie niedriger als 2015. Zugenommen haben jedoch gerade jene Kategorien, die das Sicherheitsgefühl stark prägen: Gewalt, Drohungen, häusliche Gewalt und Straßendiebstahl.

Ist die Kriminalität höher als vor zehn Jahren?
Absolut leicht höher, pro Einwohner aber niedriger als 2015.
Welche Bereiche verschlechterten sich?
Häusliche Gewalt, Drohungen, Körperverletzungen und Diebstahl mit Gewalt.
Sind alle Kategorien direkt vergleichbar?
Nein. Manche Veröffentlichungen verwenden unterschiedliche Zuschnitte, deshalb sind genaue Vergleiche nur bei klar vergleichbaren Kategorien sinnvoll.

Mehr dazu: Crime Trends, Luxembourg, Crime Statistics, Police, Domestic Violence, Public Safety

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