Fußball

Eine WM ohne Luxemburg — und ein Land, das trotzdem zuschaut

Die größte WM der Geschichte beginnt am 11. Juni. Die Roud Léiwen sind nicht dabei — doch eine punktlose Qualifikation und ein stolzer Abend gegen Italien sagen etwas über die kleinsten Fußballnationen.


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Ein gemütliches Café in der Dämmerung mit einem Wandfernseher, der einen unscharfen Fußballrasen zeigt, leeren Stühlen und einem roten Schal über einem Hocker.
Ein stilles Café steht für das Verfolgen einer WM aus der Ferne. KI-generierte Illustration.Illustration: KI-generiert — Étude

Am 11. Juni beginnt in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko die größte Weltmeisterschaft der Geschichte: achtundvierzig Nationen, drei Gastgeber, ein Monat Fußball vor Milliarden Zuschauern. Luxemburg wird nicht dabei sein. Und doch werden sich, wie bei jedem solchen Turnier, die Bars der Hauptstadt und die Cafés an der Mosel mit Trikots füllen, in denen über Gruppen und Favoriten gestritten wird. Ein nicht qualifiziertes Land wird den Sommer trotzdem mit Zuschauen verbringen.

Eine Qualifikation zum Vergessen

Die Bilanz lässt sich nicht schönreden. In der europäischen Ausscheidung für 2026 wurde Luxemburg Letzter seiner Gruppe, ohne einen einzigen Punkt aus sechs Spielen — sechs Niederlagen, ein erzieltes Tor, dreizehn kassierte. Für eine Mannschaft, die ein Jahrzehnt darauf verwandt hatte, sich Respekt zu verschaffen, war es ein demütigender Zyklus, einer von der Sorte, die Erwartungen zurücksetzt und Fragen nach Kadertiefe, Generation und Glück neu stellt.

Ein stolzer Abend, trotz Niederlage

Anders war die Stimmung am 3. Juni, als Italien zu einem Freundschaftsspiel nach Luxemburg kam. Der viermalige Weltmeister gewann 1:0, das Tor fiel früh in der zweiten Hälfte durch Francesco Pio Esposito. Doch eine Ein-Tor-Niederlage gegen einen der Aristokraten des Spiels, vor vollem Haus, war ein Abend, den sich der luxemburgische Fußball einst nur erträumen konnte — ein Maß für den Abstand, aber auch dafür, wie sehr er geschrumpft ist.

Der lange Aufstieg

Das ist die längere Geschichte hinter dem Ergebnis. Lange war Luxemburg der Höflichkeitsgegner des europäischen Fußballs, eine Formsache. In gut zehn Jahren wurde daraus etwas anderes: organisiert, schwer zu bespielen, zunehmend besetzt mit Spielern, die ihr Geld in den Profiligen Frankreichs, Deutschlands und Belgiens verdienen. Die Roud Léiwen kletterten in der Rangliste, holten Punkte gegen größere Namen und machten aus dem gelegentlichen Coup beinahe eine Gewohnheit. Die sieglose Kampagne 2026 ist ein Rückschlag in diesem Bogen, keine Rückkehr zur alten Ordnung.

Warum eine Mannschaft, die verliert, dennoch zählt

Und sie zählt, auf eine für Luxemburg eigene Weise. Knapp die Hälfte der Einwohner hat einen ausländischen Pass, mehr als 200.000 Menschen pendeln täglich zur Arbeit ein; wenig macht alle, für neunzig Minuten, schlicht zu Luxemburgern. Die Nationalmannschaft gehört dazu — ein seltenes gemeinsames Thema in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft. Die WM, die sie verpasst hat, ist dasselbe Ritual, das der Rest der Welt gleich teilt, und Luxemburg wird mitmachen, wie es die meisten tun: als Anhänger eines anderen, im vollen Raum, aus Liebe zum Spiel.

Die Roud Léiwen bleiben diesen Sommer zu Hause. Das Land wird, wie stets, zuschauen — und schon auf die nächste Kampagne zählen.

Hat sich Luxemburg für die WM 2026 qualifiziert?
Nein. Luxemburg wurde Letzter seiner europäischen Qualifikationsgruppe, ohne Punkt aus sechs Spielen, und erreichte das Turnier nicht.
Wie endete Luxemburg gegen Italien im Juni 2026?
Italien gewann das Freundschaftsspiel am 3. Juni 2026 in Luxemburg 1:0, Tor von Francesco Pio Esposito früh in der zweiten Hälfte.

Mehr dazu: National Team, Luxembourg Football, Red Lions, Football, World Cup 2026

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