Verbraucherschutz

Luxemburg plant ein zusätzliches Garantiejahr für reparierte Waren

Der Regierungsrat hat einen Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Richtlinie über das Recht auf Reparatur gebilligt. Stichtag für die Anwendung ist der 31. Juli 2026.


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Ein Techniker repariert ein Smartphone und ein kleines Haushaltsgerät auf einer sauberen Werkbank.
Luxemburgs Gesetzentwurf soll Reparaturen bei Alltagsgeräten verständlicher und attraktiver machen.AI-generated image: OpenAI / Etude

Luxemburg bringt das Recht auf Reparatur in nationales Recht. Der Regierungsrat teilte am 22. Mai 2026 mit, dass er einen Gesetzentwurf zur Änderung des Verbrauchergesetzbuchs gebilligt hat. Damit soll die Richtlinie (EU) 2024/1799 umgesetzt werden, die Reparaturen erleichtern und den vorzeitigen Austausch funktionsfähiger Produkte vermeiden soll.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist vor allem die Gewährleistung wichtig. Nach dem EU-Text wird die Haftungsfrist des Verkäufers einmal um 12 Monate verlängert, wenn ein mangelhaftes Produkt während der gesetzlichen Gewährleistung repariert wird. Die Luxemburger Regierung beschreibt dies als ein zusätzliches Jahr gesetzlicher Garantie für reparierte Waren.

Die Richtlinie greift auch nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistung. Hersteller müssen bestimmte reparierbare Waren auf Wunsch reparieren, entweder kostenlos oder zu einem angemessenen Preis, sofern die Reparatur nicht unmöglich ist. Zu den ersten Kategorien gehören Waschmaschinen, Waschtrockner, Geschirrspüler, Kühlschränke, elektronische Displays, Staubsauger, Server, Datenspeicherprodukte, Mobiltelefone, schnurlose Telefone, Tablets, Wäschetrockner und Waren mit Batterien für leichte Verkehrsmittel.

Ein weiteres Element ist das europäische Reparaturinformationsformular. Wenn ein Reparaturbetrieb es nutzt, muss es klar angeben, wer repariert, welches Produkt und welcher Defekt betroffen sind, welche Reparatur vorgeschlagen wird, welcher Preis oder Höchstpreis gilt, wie lange die Reparatur dauert und ob Ersatzgeräte oder Transportkosten anfallen.

Der Zeitplan ist eng. Die Mitgliedstaaten müssen ihre Umsetzungsgesetze spätestens am 31. Juli 2026 in Kraft setzen und ab diesem Datum anwenden. Außerdem müssen sie bis 2027 eine nationale Reparatursektion über die EU-Plattform oder eine eigene konforme Plattform betriebsbereit haben.

Der Luxemburger Entwurf muss nun durch das normale Gesetzgebungsverfahren. Offen bleiben vorerst die praktischen Regeln zu Sanktionen, Verbraucherinformation und Plattformwahl. Genau diese Details werden darüber entscheiden, wie sichtbar das neue Recht im Alltag tatsächlich wird.

Was hat Luxemburg beschlossen?
Der Regierungsrat hat einen Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Richtlinie über das Recht auf Reparatur gebilligt.
Was ändert sich bei der Garantie?
Wenn Verbraucher während der gesetzlichen Gewährleistung eine Reparatur wählen, verlängert sich die Haftungsfrist einmal um 12 Monate.
Welche Produkte sind zunächst erfasst?
Erfasst sind unter anderem Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kühlschränke, Displays, Staubsauger, Mobiltelefone, Tablets und Wäschetrockner.

Mehr dazu: Consumer Rights, Luxembourg, Eu Law, Right To Repair, Circular Economy

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