Kritische Rohstoffe

Mit Staatsgeld gegen Chinas Wolfram-Monopol — und die Trump-Söhne sind dabei

Eine Beteiligung von 20 Millionen Dollar verbindet Donald Trump junior und Eric Trump mit jenem kasachischen Bergbauprojekt, das die US-Regierung mit bis zu 1,6 Milliarden Dollar fördern will.


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Ein Tagebau in der leeren kasachischen Steppe im Morgengrauen, Schwerlaster neben grauem Erz.
Illustration. Die Lagerstätten Northern Katpar und Upper Kairakty in der kasachischen Region Karaganda bergen schätzungsweise 1,4 Millionen Tonnen Wolframtrioxid.Illustration: KI-generiert — Étude

In Washington wurde das Geschäft als Schlag gegen Chinas Vormacht bei einem Metall verkauft, auf das keine Streitkraft verzichten kann. Die Finanzierung — Zusagen von bis zu 1,6 Milliarden Dollar zweier Bundesagenturen — galt als Industriepolitik. Börsenunterlagen zeigen nun, dass die Familie des Präsidenten, der das Projekt vorantrieb, daran mitverdienen dürfte.

Donald Trump junior und Eric Trump halten eine Beteiligung an Skyline Builders, einem kleinen, an der Nasdaq notierten Bauunternehmen. Dieses verpflichtete sich Ende Oktober, 20 Millionen Dollar für einen Anteil von 20 Prozent an Kaz Resources zu zahlen — jener Gesellschaft, die zwei der größten unerschlossenen Wolframvorkommen der Welt im Zentrum Kasachstans entwickeln will. Die Brüder stiegen über eine Zweckgesellschaft im Umfeld von Dominari Securities ein, zunächst im August, dann erneut am 28. Oktober — wenige Tage vor dem Zukauf von Skyline.

Ein Metall, ohne das keine Rüstung auskommt

Die Lagerstätten Northern Katpar und Upper Kairakty in der Region Karaganda liegen keine 30 Kilometer auseinander und bergen zusammen schätzungsweise 1,4 Millionen Tonnen Wolframtrioxid. Bei voller Förderung soll die Mine rund 12 000 Tonnen im Jahr liefern, etwa 15 Prozent des heutigen Weltangebots; die Erschließungskosten werden auf rund 1,1 Milliarden Dollar veranschlagt. Der New Yorker Bergbauinvestor Cove Capital soll 70 Prozent kontrollieren, der kasachische Staatskonzern Tau-Ken Samruk den Rest.

Wolfram ist unscheinbar und unverzichtbar zugleich: Es härtet panzerbrechende Munition, Werkzeuge und Flugzeugteile. China steht für etwa 80 Prozent der Minenförderung und hat seine Ausfuhrlizenzen verschärft; die Vereinigten Staaten fördern das Metall seit 2015 nicht mehr. Diese Abhängigkeit zu brechen, ist die erklärte Begründung für Washingtons Engagement.

Washingtons sichtbare Hand

Dieses Engagement war alles andere als zurückhaltend. Handelsminister Howard Lutnick schrieb dem kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew persönlich, um das Vorhaben zu unterstützen, wie aus einer bei der Börsenaufsicht eingereichten Investorenpräsentation hervorgeht. Cove-Chef Pini Althaus erklärte, das Unternehmen habe bei der Sicherung des Vorkommens "direkte Unterstützung von Präsident Trump, Minister Rubio und Minister Lutnick" erhalten. Die Export-Import-Bank stellte bis zu 900 Millionen Dollar in Aussicht, die staatliche Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft DFC bis zu 700 Millionen — zusammen eine der größten Rohstoffzusagen des Bundes überhaupt.

Eine Chronologie, die Fragen aufwirft

Es ist die Abfolge der Daten, die die Demokraten beunruhigt. Senator Jon Ossoff aus Georgia zeichnete sie öffentlich nach.

"Im vergangenen September ruft der Präsident Kasachstans Donald Trump an und sagt, er wolle Wolfram-Schürfrechte an ein amerikanisches Unternehmen vergeben — und schon im Monat darauf bekommen Eric und Don junior einen Anteil an genau dem amerikanischen Unternehmen, das sich um das Geschäft bemüht."

Sechs Tage nachdem die Brüder ihre Position aufgestockt hätten, so Ossoff, habe Kasachstan verkündet, das Unternehmen werde "die größte bekannte unerschlossene Wolframressource der Welt" erhalten. Wochen später folgte die Bundesfinanzierung. Ein Sprecher von Donald Trump junior bezeichnete diesen als "passiven Investor" ohne geschäftliche Kontakte zur Regierung. Der Zusammenschluss, der das Projekt unter dem Namen Kaz Resources an die Nasdaq bringt, soll Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen sein.

Auch Brüssel ist betroffen

Der Wettlauf ist nicht allein ein amerikanischer. Die Europäische Union stufte Wolfram 2024 als strategischen und zugleich kritischen Rohstoff ein und arbeitet an ihrem ersten gemeinsamen Mineralienvorrat, in dem das Metall weit oben steht. Europa hängt nahezu ebenso stark von China ab wie die USA — eine große Mine außerhalb chinesischer Kontrolle verschiebt die Versorgungslage, gleich wer an ihr verdient, auch für die europäische Rüstung und Industrie.

Vorerst bleibt das Metall im kasachischen Boden, und die Fragen bleiben in Washington. Die Unterlagen belegen die Überschneidung; offen bleibt, ob öffentliches Geld und privater Gewinn jemals so eng nebeneinanderlaufen sollten.

Warum ist Wolfram so wichtig?
Es ist extrem hart und hitzebeständig und damit unverzichtbar für panzerbrechende Munition, Werkzeuge und Flugzeugteile — und China beherrscht Förderung wie Verarbeitung.
Worin besteht der Interessenkonflikt?
Die Regierung des Präsidenten unterstützte das Geschäft diplomatisch und mit bis zu 1,6 Milliarden Dollar, während seine Söhne an der entwickelnden Gesellschaft beteiligt waren.
Wie reagieren die Trumps?
Ein Sprecher nannte Donald Trump junior einen 'passiven Investor' ohne geschäftliche Kontakte zur Regierung im Namen seiner Unternehmen.

Mehr dazu: Critical Minerals, China Supply Chains, Donald Trump, Kazakhstan, Conflict Of Interest, Tungsten

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