Sport
D’Ekipp: Die junge Sport-Community, die Luxemburg in Bewegung bringt
2025 von vier Freunden gegründet, ist D’Ekipp aus Läufen in den sozialen Medien zu einer der sichtbarsten jungen Community-Sportbewegungen des Landes geworden — getragen von der Überzeugung, dass Sport sozial, inklusiv und lokal sein soll.

Mit dem Slogan „Deel vun eppes Groussem“ — Luxemburgisch für „Teil von etwas Großem“ — will D’Ekipp zeigen, dass Sport im Großherzogtum sozial, inklusiv und voller Energie sein kann. 2025 von vier Freunden gegründet, ist aus dem Projekt in kurzer Zeit aus gemeinsamen Läufen in den sozialen Medien eine der sichtbarsten jungen Community-Sportbewegungen des Landes geworden.
Als D’Ekipp im Juli 2025 startete, war die Idee einfach: Menschen durch Sport zusammenbringen. Dahinter stehen vier Freunde, die bereits in den sozialen Medien aktiv waren und ihren eigenen Sport- und Fitnessweg dokumentierten. Aus der gemeinsamen Leidenschaft für Bewegung und Content wurde bald eine größere Mission.
„Uns wurde klar, dass es in Luxemburg an Gelegenheiten fehlte, bei denen junge Menschen aus unterschiedlichen sportlichen Hintergründen zusammenkommen, aktiv bleiben und gemeinsam eine Gemeinschaft aufbauen können“, erklärt das Team.
Jeder der vier bringt etwas anderes mit. Bob Scholtes ist Student und Content-Creator mit fast 20.000 Followern auf den sozialen Plattformen. Kevin Stroesser-Perceval arbeitet als Erzieher und ist in der Fitness- und Calisthenics-Szene aktiv. Wei Jiang ist Unternehmer und hilft bei der Organisation von D’Ekipp. Aldin Kehonjic ist Naturwissenschaftslehrer und Content-Creator mit Schwerpunkt auf Gesundheit und sportlicher Leistung auf Basis belegter Informationen. Zusammen verbinden sie Sport, Organisation und Erzählen zu Veranstaltungen, die offen, lokal und von der Gemeinschaft getragen wirken.
„Teil von etwas Großem“
Für das Team ist der Slogan mehr als ein griffiger Spruch — er sagt, warum es das Projekt überhaupt gibt. Luxemburg habe viele starke Sportgemeinschaften, argumentieren die Gründer, doch sie blieben oft unter sich: Fußballer, Basketballer, Läufer, Tennisspieler und Gym-Geher hielten sich meist in ihren eigenen Kreisen. D’Ekipp will diese Kreise verbinden.
„Für uns geht es bei ‚etwas Großem‘ nicht um Rekorde, Medaillen oder Wettkampf“, sagt das Team. „Es geht darum, eine große und inklusive Gemeinschaft aufzubauen, in der Menschen über die gemeinsame Leidenschaft für Bewegung und Sport zueinanderfinden.“ Längerfristig will man eine Plattform werden, die Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringt und einen aktiven Lebensstil zugänglicher, geselliger und angenehmer macht.
Gemeinsame Läufe, keine Rennen
Zwar wollte die Gruppe zunächst viele verschiedene Sportarten ausprobieren, doch das Laufen erwies sich rasch als der zugänglichste Einstieg: wenig Ausrüstung, fast überall möglich, offen für alle Niveaus. Entscheidend ist, dass D’Ekipp seine Treffen als gemeinsame Läufe — „social runs“ — versteht und nicht als Rennen.
Viele würden gern an einem Lauf-Event teilnehmen, zögern aber aus Angst, nicht schnell oder fit genug zu sein. Das Kollektiv will diese Hürde abbauen und legt seine Läufe auf ein angenehmes Tempo, Gespräche und Ermutigung an statt auf Konkurrenz. „Inklusivität war von Anfang an einer der Grundwerte von D’Ekipp“, sagt das Team. „Wir wollten Veranstaltungen schaffen, an denen jede und jeder teilnehmen kann — unabhängig von Fitnessniveau, sportlichem Hintergrund oder Erfahrung.“
Diese Atmosphäre schaffen nicht die Organisatoren allein. Erfahrene Läuferinnen und Läufer aus der Gemeinschaft, so D’Ekipp, tun oft am meisten dafür, dass sich Neue wohlfühlen: „Die meisten erfahrenen Läufer erinnern sich noch sehr gut daran, wie es war, selbst Anfänger zu sein. Deshalb sind sie oft die Ersten, die Neue willkommen heißen, sie ermutigen und ihnen das Ankommen erleichtern.“ Komplette Anfänger kommen, knüpfen Kontakte und kehren wieder — das gehört für das Team zum Schönsten am Projekt.
Eine junge, luxemburgische Gemeinschaft
Die Community von D’Ekipp ist auffällig jung und fest in Luxemburg verwurzelt — etwas, das sich nach Aussage der Gründer eher von selbst ergab, als dass es geplant war. Schon vor dem Start machten sie Content für ein Publikum, das größtenteils aus jungen Menschen in Luxemburg bestand, lokal und luxemburgisch ausgerichtet.
Zugleich spürten sie eine echte Lücke. Bei allen Vereinen und Mannschaften des Landes gab es nur wenige entspannte, gemeinschaftsgetragene Räume, in denen Menschen aus verschiedenen Sportarten und Hintergründen einfach zusammenkommen, sich bewegen und neue Leute treffen konnten. „Die starke Resonanz auf unsere Events zeigt, dass es eine echte Nachfrage nach dieser Art von Gemeinschaft gibt“, sagt das Team. „Die Leute suchen Gelegenheiten, sich zu begegnen, sich zu bewegen und in einer positiven, einladenden Atmosphäre Zeit miteinander zu verbringen.“ Viele Teilnehmende seien zwar junge Erwachsene, doch die Gemeinschaft werde vielfältiger — Ziel sei nicht eine Altersgruppe, sondern ein Raum, in dem sich alle willkommen fühlen.
Die Zusammenarbeit mit Day One
Einer der größten Meilensteine von D’Ekipp war bislang der Community Run x Day One am 7. Juni, der die Teilnehmenden vom Grand Théâtre zum Campus Geesseknäppchen führte. Die Kooperation entstand nach dem vorigen Event des Kollektivs am 10. Mai — damals sein größter Community-Lauf —, in dessen Folge sich der Gründer von Day One meldete. Nach mehreren Treffen organisierten beide Seiten den Lauf gemeinsam.
Für D’Ekipp war es eine große Lehre. „Es hat uns gezeigt, wie wichtig Vorbereitung und Logistik wirklich sind“, sagt das Team. „Es gibt unzählige Details, die die Teilnehmenden nie sehen, die aber für ein gelungenes Event entscheidend sind“ — Abstimmung mit den Behörden, Streckensicherheit, Anmeldungen, Essen, Getränke und das gesamte Erlebnis der Teilnehmenden. Der Andrang bestätigte noch etwas Größeres. „Junge Leute beschreiben Luxemburg oft als ruhig oder gar langweilig; Hunderte Menschen mit so viel Begeisterung zusammenkommen zu sehen, hat das Gegenteil bewiesen“, sagt das Team.
Hinter den Kulissen
Öffentliche Läufe in der Stadt zu organisieren bedeutet mehr Arbeit, als die meisten Teilnehmenden ahnen: Genehmigungen, Sicherheit, Streckenplanung, Beschilderung, Crowd-Management und die Koordination der Freiwilligen müssen ineinandergreifen. Beim Community Run x Day One erhielt D’Ekipp Unterstützung von der Stadt Luxemburg und der luxemburgischen Polizei, die die Läufer auf Motorrädern begleitete, damit der Lauf reibungslos durch die Straßen lief.
Ebenso wichtig sind dem Team seine Freiwilligen — Freunde und Community-Mitglieder, die den ganzen Tag bei Logistik, Wegführung, Aufbau und Koordination halfen und ohne die das Event, so D’Ekipp, nicht möglich gewesen wäre. „Wenn es eine Überraschung gab, dann die Erkenntnis, wie viele kleine Details zusammenkommen müssen, damit ein Event gelingt“, sagt das Team.
Luxemburg auf die Landkarte bringen
Ein weiterer Satz taucht in der Kommunikation von D’Ekipp immer wieder auf: „Lëtzebuerg op d’map brengen“ — Luxemburg auf die Landkarte bringen. Für die Gründer heißt lokaler Stolz, Gelegenheiten hier zu schaffen, statt anzunehmen, dass spannende Events und Communities nur im Ausland entstehen können. „In Luxemburg heißt es oft, es gebe nicht viel zu tun, gerade für junge Leute“, erklärt das Team. „Diese Wahrnehmung wollen wir herausfordern.“
Die Day-One-Kooperation war ein Beispiel dafür. Dass sich internationale Marken, Athleten und Creator für Luxemburg interessieren, ist genau die Dynamik, die das Kollektiv anstoßen möchte. „Künftig würden wir gern noch mehr internationale Partner, Persönlichkeiten und Projekte nach Luxemburg holen“, sagt das Team.
Wie es weitergeht
Mit Blick nach vorn will D’Ekipp weiter Community-Läufe veranstalten und zugleich neue Formate erschließen — Turniere, Fitness-Challenges, Yoga-Sessions und andere gemeinschaftsgetragene Events, bei denen man Aktivitäten gemeinsam entdeckt. Kleinere Initiativen, darunter Yoga-Sessions und Community-Treffen, kamen bereits gut an — ein Zeichen, so das Team, dass die Leute mehr wollen als allein zu laufen. Auch über die Stadt Luxemburg hinaus, wo bisher die meisten Events stattfanden, möchte das Kollektiv wachsen und die soziale Seite mit Picknicks und Treffen stärken.
Letztlich ist das Ziel einfach: mehr Menschen in Luxemburg dabei helfen, aktiv, verbunden und Teil einer einladenden Gemeinschaft zu sein. „Wenn D’Ekipp in ein paar Jahren Menschen geholfen hat, neue Sportarten zu entdecken, Freundschaften zu schließen und das Gefühl zu haben, zu etwas Größerem als sich selbst zu gehören“, sagt das Team, „dann haben wir erreicht, was wir uns vorgenommen haben.“
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