Ukraine-Krieg
Ukrainische Behörden: Über 1 100 Festnahmen wegen mutmaßlicher Kollaboration mit Russland, viele Minderjährige

Seit dem russischen grossangelegten Einmarsch im Februar 2022 wurden mehr als 1 100 Ukrainer wegen Kollaboration mit russischen Führungsoffizieren festgenommen — einer von fünf war minderjährig, meldete RTL Lëtzebuerg am 9. Mai 2026. Die Behörden zitieren den 15-jährigen Vitalii, der für ein Feuer an einem Eisenbahn-Signalkasten bei Tschernihiw nur etwa 23 von versprochenen 200 Dollar erhielt.
Eckpunkte
- Quellzahl: mehr als 1 100 wegen Kollaboration festgenommene Ukrainer seit Beginn der russischen Grossinvasion im Februar 2022.
- Profil: einer von fünf war minderjährig.
- Rekrutierungskanäle: online, vor allem Telegram und Gaming-Plattformen.
- Aufträge: Brandstiftung, Sabotage und Terrorismus — einschliesslich Angriffe auf Bahninfrastruktur.
- Bezahlung: 200 Dollar pro Auftrag in Aussicht gestellt; tatsächlich oft nur ein Bruchteil (Vitalii erhielt etwa 1 000 Hrywnja / 23 Dollar).
Vitaliis Fall und das Rekrutierungsskript
Vitalii, 15, hat einen Schaltschrank an einer Eisenbahnstrecke bei Tschernihiw nördlich von Kyjiw in Brand gesetzt, in dem die Schalttafeln für Zugsignale untergebracht waren — meldet RTL Lëtzebuerg. Er handelte nicht aus Sympathie für Russland, sondern für Geld. Versprochen wurden 200 Dollar pro Auftrag, gezahlt wurden am Ende rund 1 000 Hrywnja (etwa 23 Dollar). Die Anwerbung lief, wie in den meisten Fällen vor ukrainischen Gerichten, online.
Warum Jugendliche
Russisch-nahe Anwerber zielen aus denselben Gründen auf Jugendliche, aus denen es kriminelle Netzwerke immer getan haben: niedrigere Risikowahrnehmung, höherer finanzieller Hebel, längere Online-Präsenz. Der ukrainische Sicherheitsdienst SBU und die Staatsanwaltschaft warnen seit zwei Jahren: Minderjährige zahlen denselben rechtlichen Preis wie Erwachsene — lange Haftstrafen wegen Verrats oder Terrorismus — für Honorare, die selten zwei Monatsmieten überschreiten.
Die breitere europäische Sorge
Das russische Drehbuch wird auch ausserhalb der Ukraine genutzt. EU-Staaten — darunter Polen, Deutschland und das Baltikum — haben Verdächtige in vergleichbaren Brand- und Sabotage-für-Geld-Schemata festgenommen, gerichtet auf Logistik, Verteidigungsindustriestandorte und Ukraine-Hilfskorridore. Für Luxemburg, wo sich die rüstungsindustrielle Mobilisierung im Rahmen der Coalition of the Willing beschleunigt hat, ist die Frage, ob dieselben Anwerbevektoren hier auftauchen. Der staatliche Nachrichtendienst SREL hat das öffentlich angesprochen.
Auf den Punkt
Mehr als 1 100 wegen Kollaboration festgenommene Ukrainer seit Februar 2022, einer von fünf minderjährig, schon ab 23 Dollar pro Brandstiftung — das ist die Kostenform der russischen Anwerbungskampagne, die Kyjiw nun veröffentlicht. Die Kampagne hat die EU-Grenzen längst überschritten.
Häufig gefragt
- Wie viele Ukrainer wurden wegen Kollaboration festgenommen?
- Mehr als 1 100 seit Beginn der russischen Grossinvasion im Februar 2022; etwa einer von fünf war minderjährig.
- Wie viel bieten Anwerber?
- Bis zu 200 Dollar pro Auftrag, doch tatsächliche Auszahlungen können ein Bruchteil davon sein — der 15-jährige Vitalii erhielt etwa 23 Dollar dafür, einen Eisenbahn-Signalkasten in Brand zu setzen.
- Wo läuft die Anwerbung?
- Online, vor allem auf Telegram und Gaming-Plattformen, wo Jugendliche eine hohe Online-Exposition bei niedrigerer Risikowahrnehmung haben.
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