
Wo der Binnenmarkt an der Bankbilanz endet
Ein Berichtsentwurf der EU-Kommission will grenzüberschreitenden Banken erlauben, Kapital und Liquidität freier durch die Union zu bewegen. Für den Finanzplatz Luxemburg ist das Chance und Risiko zugleich.

Ein Berichtsentwurf der EU-Kommission will grenzüberschreitenden Banken erlauben, Kapital und Liquidität freier durch die Union zu bewegen. Für den Finanzplatz Luxemburg ist das Chance und Risiko zugleich.

Die EU-Kommission hat am 11. Mai 2026 ihren lange erwarteten Prüfbericht zur Geldmarktfonds-Verordnung (MMFR) vorgelegt und in begleitenden FAQ erstmals empfohlene Liquiditätsschwellen genannt: 40 Prozent für Fonds mit stabilem Nettoinventarwert und 20 Prozent für solche mit variablem Wert — klar über den gesetzlichen Untergrenzen von 30 und 15 Prozent. Die CSSF wies die Luxemburger Fondsbranche am 15. Mai darauf hin.

Beim ECOFIN-Treffen am 5. Mai 2026 in Brüssel debattierten die EU-Finanzminister über das Paket zur Marktintegration und Aufsicht, einen Kernbestandteil der Spar- und Investitionsunion. Luxemburg, größtes Fondsdomizil der EU mit über 7 Billionen Euro Vermögen, lehnt gemeinsam mit weiteren Staaten eine volle Zentralisierung bei der ESMA ab. Finanzminister Gilles Roth fordert Konvergenz statt eines teuren Zentralmodells.

Die luxemburgische Finanzaufsicht CSSF hat ihre Aufsichtsprioritäten für die Investmentfondsbranche 2026 vorgelegt. Geplant sind strengere Kontrollen bei Governance, Liquidität, Bewertung, Kosten und Gebühren sowie bei der Cyberresilienz unter der EU-Verordnung DORA. Die am 31. März 2026 veröffentlichten Schwerpunkte reagieren auf Marktvolatilität und ein angespanntes geopolitisches Umfeld.

Der Regierungsrat hat einen Gesetzentwurf gebilligt, der mehrere Luxemburger Finanzgesetze an die EU-Verordnungen 2024/2809 und 2025/914 anpasst.

Luxemburgs Finanzaufsicht hat in 73 % der 84 geprüften Verwaltungsgesellschaften Schwächen bei den AML-Kontrollen in der Fondsdistribution festgestellt — und kündigt verschärfte Prüfungen vor dem SREP-Zyklus 2026 an.

Die Gesamtaktiva luxemburgisch domizilierter Fonds erreichten Ende Februar 2026 6.436 Milliarden Euro — und am 4. Februar öffnete die Aufsicht UCITS leise die Tür für kontrollierte Krypto-Exposure.