Raumfahrt-Kooperation

Luxemburger Odysseus Space schließt mit Japans NICT Forschungspakt zu Satelliten-Laserverbindungen

Das japanische Forschungsinstitut NICT, das luxemburgische Start-up Odysseus Space und die Universität Luxemburg wollen gemeinsam optische Satellitenverbindungen erproben.


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Ein kleiner CubeSat-Satellit unter hellem Licht auf einer Reinraum-Werkbank, Techniker unscharf im Hintergrund.
Ein kleiner CubeSat-Satellit unter hellem Licht auf einer Reinraum-Werkbank, Techniker unscharf im Hintergrund. — KI-generierte Illustration.KI-generierte Illustration · Étude

Japans nationales Forschungsinstitut für Informations- und Kommunikationstechnik hat seine Arbeit an der Weltraumkommunikation eng an Luxemburgs wachsenden Kreis von Spezialisten für Laserverbindungen gebunden. Zwei Vereinbarungen ziehen ein Start-up aus dem Großherzogtum und die Landesuniversität in gemeinsame Versuche zu optischen Satellitenverbindungen hinein.

Das Nationale Institut für Informations- und Kommunikationstechnologie (NICT) gab am 21. Mai 2026 bekannt, dass es ein Forschungsabkommen mit dem in Luxemburg ansässigen Start-up Odysseus Space sowie eine Absichtserklärung (MoU) mit der Universität Luxemburg unterzeichnet habe. Beide Dokumente wurden nach Angaben von NICT am 4. Mai 2026 im luxemburgischen Staatsministerium unterschrieben.

Zwei Abkommen im Beisein von Ministern

Das Forschungsabkommen unterzeichneten Dr. Hideo Ohno, Präsident von NICT, und Dr. Jordan Vannitsen, Mitgründer und Geschäftsführer von Odysseus Space. Die Absichtserklärung mit der Universität setzten Dr. Ohno und Prof. Marie-Hélène Jobin, Vizerektorin für Partnerschaften und internationale Beziehungen der Hochschule, in Kraft.

Die Unterzeichnung erhielt bemerkenswerte politische Rückendeckung. Sie fand laut NICT im Beisein von Yoshimasa Hayashi, Japans Minister für innere Angelegenheiten und Kommunikation, und von Stéphanie Obertin, Luxemburgs Ministerin für Digitalisierung sowie für Forschung und Hochschulwesen, statt. Das unterstreicht, dass die Zusammenarbeit als staatliche Brücke zwischen Luxemburgs NewSpace-Szene für optische Kommunikation und Japans Forschungsbasis verstanden wird.

Gemeinsame Versuche mit Laserstrecken

Kern des Abkommens mit Odysseus Space sind praktische Tests. Beide Seiten wollen laut NICT ihre jeweilige Technik im Orbit und am Boden kombinieren, um nachzuweisen, dass ihre Systeme zusammenarbeiten können.

NICT und Odysseus Space planen gemeinsame Experimente zur optischen Satelliten-Boden-Kommunikation und nutzen dabei ihre jeweiligen Weltraum- und Bodenressourcen, um Interoperabilität zu ermöglichen.

Konkret heißt das, schnelle optische Verbindungen zwischen Weltraum und Boden zu demonstrieren – mit den Weltraumterminals und optischen Bodenstationen, die sowohl NICT als auch Odysseus Space betreiben. Die optische oder Laserkommunikation verspricht weit höhere Datenraten als herkömmliche Funkverbindungen, erfordert aber präzise ausgerichtete Terminals und ein Netz von Bodenstationen, um die Strahlen einzufangen.

Odysseus Space, 2019 in Luxemburg gegründet und von Dr. Vannitsen geführt, hat sich genau auf diese Laserkommunikation von Weltraum zu Erde spezialisiert. Sein Produkt Cyclops wird als "Laser Communication as a Service" auf Abonnementbasis ohne Anfangskosten angeboten und ermöglicht über ein Netz optischer Bodenstationen einen Datenabruf von bis zu 10 Gbit/s und bis zu 1 TB pro Tag.

Breitere Forschungsagenda mit der Universität

Die Absichtserklärung mit der Universität Luxemburg ist weiter gefasst. Sie deckt laut NICT mehrere Bereiche der Informations- und Kommunikationstechnik ab, die auf Weltraumkommunikation und nicht-terrestrische Netze (NTN) ausgerichtet sind.

Der Umfang der Zusammenarbeit im Rahmen des MoU erstreckt sich auf ein breites Spektrum von IKT-Feldern rund um Weltraumkommunikation und NTN, darunter Satellitenkonstellationen, optische Erde-Weltraum-Verbindungen, künstliche Intelligenz für Weltraumsysteme und Netzwerk-Orchestrierung.

Auf luxemburgischer Seite läuft ein Großteil dieser Arbeit über das Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT) der Universität. Es forscht zu künstlicher Intelligenz, Quantenkommunikation, fortgeschrittenen Netzen und Signalverarbeitung für die nächste Generation der Weltraumkommunikation und NTN im Kontext von Beyond 5G und 6G.

Warum es zählt

Für Luxemburg verlängern die Abkommen eine langjährige nationale Strategie, das Land als Drehscheibe für Weltraumdienste zu positionieren – nun mit der optischen Kommunikation im Mittelpunkt statt der Rundfunk- und Konnektivitätssatelliten, die seinen Ruf begründeten. Für NICT bietet die Partnerschaft ein europäisches Testfeld und einen Industriepartner für jene grenzüberschreitende Interoperabilität, die jedes künftige globale Laserkommunikationsnetz braucht. Der nächste Meilenstein sind die gemeinsamen Experimente selbst, zu denen sich die Parteien verpflichtet haben, für die NICT aber noch keinen Zeitplan veröffentlicht hat.

Wer hat die Abkommen unterzeichnet und wann?
Das Forschungsabkommen unterzeichneten NICT-Präsident Dr. Hideo Ohno und Odysseus-Space-Geschäftsführer Dr. Jordan Vannitsen. Die Absichtserklärung mit der Universität Luxemburg unterschrieben Dr. Ohno und Vizerektorin Prof. Marie-Hélène Jobin. Beide Dokumente wurden am 4. Mai 2026 im luxemburgischen Staatsministerium unterzeichnet; NICT gab sie am 21. Mai bekannt.
Worum geht es bei der Zusammenarbeit zwischen NICT und Odysseus Space?
Beide Seiten planen gemeinsame Experimente zur optischen Satelliten-Boden-Kommunikation. Sie wollen ihre Weltraumterminals und optischen Bodenstationen kombinieren, um schnelle Laserverbindungen zwischen Weltraum und Boden zu demonstrieren und die Interoperabilität ihrer Systeme nachzuweisen.
Was umfasst die Absichtserklärung mit der Universität Luxemburg?
Sie deckt laut NICT ein breites Spektrum der Informations- und Kommunikationstechnik rund um Weltraumkommunikation und nicht-terrestrische Netze ab, darunter Satellitenkonstellationen, optische Erde-Weltraum-Verbindungen, künstliche Intelligenz für Weltraumsysteme und Netzwerk-Orchestrierung. Ein Großteil läuft über das SnT-Zentrum der Universität.
Was ist Odysseus Space?
Odysseus Space ist ein 2019 in Luxemburg gegründetes Unternehmen, das von Dr. Jordan Vannitsen geführt wird und auf Laserkommunikation von Weltraum zu Erde spezialisiert ist. Sein Produkt Cyclops wird als 'Laser Communication as a Service' im Abonnement ohne Anfangskosten angeboten und ermöglicht bis zu 10 Gbit/s und bis zu 1 TB pro Tag.

Mehr dazu: Space, Odysseus Space, Japan, University Of Luxembourg, Newspace, Non Terrestrial Networks, Satellite Communications, Optical Communications

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