Europäische Geschichte
Robert Schuman: Der „Vater Europas" kam in Luxemburg zur Welt
Geboren im Stadtteil Clausen, als deutscher Staatsbürger, später Franzose: Der Mann hinter der Erklärung vom 9. Mai 1950 verkörperte die Grenzregion, die er befrieden wollte.

Der Europatag am 9. Mai geht auf einen Mann zurück, der in einem Hangviertel von Luxemburg-Stadt geboren wurde: Robert Schuman.
Zwischen drei Ländern
Schuman kam am 29. Juni 1886 in Clausen zur Welt, als Sohn einer Luxemburgerin und eines Vaters aus Lothringen. Da Lothringen seit 1871 zum Deutschen Reich gehörte, war der Vater deutscher Staatsbürger — und damit auch der neugeborene Robert. Erst 1918, mit der Rückkehr Elsass-Lothringens zu Frankreich, wurde er Franzose. So verkörperte der „Vater Europas" jene Grenzregion, die er später befrieden wollte.
Die Erklärung, die Europa formte
Als französischer Außenminister legte Schuman am 9. Mai 1950 seine Erklärung vor: Die Kohle- und Stahlproduktion Frankreichs und Deutschlands sollte einer gemeinsamen Behörde unterstellt werden — um einen Krieg zwischen den alten Feinden „undenkbar und materiell unmöglich" zu machen. Daraus entstand 1951 die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, die Keimzelle der heutigen EU. 1940 von der Gestapo verhaftet, floh er und schloss sich der Résistance an.
Ein Erbe mit Heiligenschein
Die Europäische Parlamentarische Versammlung, der er von 1958 bis 1960 vorstand, rief ihn zum „Vater Europas" aus. Der tief gläubige, unverheiratete Katholik wurde 2021 von Papst Franziskus für „ehrwürdig" erklärt — ein Schritt auf dem Weg zu einer möglichen Heiligsprechung.
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