Finanzen
Atari verlegt seinen Rechtssitz nach Luxemburg – Aktionäre stimmen für Abschied aus Frankreich
Mit 95,25 Prozent der abgegebenen Stimmen haben die Aktionäre die Verlegung des Rechtssitzes der Spielemarke von Frankreich ins Großherzogtum gebilligt.

Atari, einer der bekanntesten Namen der Videospielgeschichte, verlässt Frankreich – zumindest auf dem Papier. Die Aktionäre des Konzerns haben dafür gestimmt, den Rechtssitz von Frankreich nach Luxemburg zu verlegen. Damit erhält das Großherzogtum eine weltweit vertraute Marke aus dem Bereich der Unterhaltungstechnik und ergänzt seine lange Liste international ansässiger Unternehmen.
Auf einer Hauptversammlung am 27. Mai 2026 billigten die Investoren die Sitzverlegung mit einer Mehrheit von 95,25 Prozent der abgegebenen Stimmen, wie aus einer offiziellen Pressemitteilung des Unternehmens hervorgeht. Die Operation ist als grenzüberschreitende Umwandlung der Atari SA in eine Aktiengesellschaft nach luxemburgischem Recht strukturiert. Der Konzern behält dabei seine rechtliche Identität und seinen Aktionärskreis. Der Abschluss wird bis Juli 2026 erwartet.
Atari – eine der weltweit ikonischsten Verbrauchermarken und Produzenten interaktiver Unterhaltung – gibt die Zustimmung seiner Aktionäre zur Sitzverlegung nach Luxemburg (die „Umwandlung") auf der Hauptversammlung vom 27. Mai 2026 bekannt. Die Umwandlung wurde von den Atari-Aktionären mit einer Mehrheit der abgegebenen Stimmen (95,25 Prozent) gebilligt.
Warum Luxemburg
Atari, das an der Euronext Growth Paris unter dem Kürzel ALATA (EPA:ATA) notiert ist, erklärt, die Verlegung verschaffe dem Unternehmen Zugang zu einer Rechtsordnung, die besser zu seinen internationalen Unternehmens-, Holding- und Finanzierungsstrukturen passe. Das Großherzogtum wird weithin als Standort für grenzüberschreitende Holding- und Finanzierungsvehikel genutzt – und Atari reiht sich nun in dieses Umfeld ein.
Die Grundlagen wurden bereits früher im Jahr gelegt. Atari kündigte seine Absicht zur Sitzverlegung und zur Durchführung eines Reverse Splits erstmals am 17. Februar 2026 an. Ein luxemburgisches Vehikel, die Atari Lux SA, war bereits am 22. Dezember 2025 im Land gegründet worden. Der Reverse Split – bei dem 200 alte Aktien mit einem Nennwert von 0,01 Euro gegen eine neue Aktie mit einem Nennwert von 2,0 Euro getauscht wurden – trat am 5. Mai 2026 in Kraft.
Was widersprechende Aktionäre tun können
Aktionäre, die gegen die Umwandlung gestimmt haben, sind nicht gebunden. Sie können ihr Austrittsrecht ausüben und einen Rückkauf ihrer Aktien zu einem Ausstiegspreis von 24 Euro je Aktie verlangen. Dieser Betrag entspricht 0,12 Euro je Aktie vor dem Reverse Split und spiegelt den volumengewichteten Durchschnittskurs über die 20 Handelstage bis zur Ankündigung vom 17. Februar wider.
Das Ausübungsfenster läuft vom 28. Mai bis einschließlich 8. Juni 2026; eingereichte Aktien sind bis zum 16. Juni bei Uptevia zu hinterlegen. Die Abwicklung etwaiger Rückkäufe – die tatsächliche Zahlung des Ausstiegspreises – wird zwischen Ende Juli und Ende September 2026 erwartet, spätestens innerhalb von zwei Monaten nach Abschluss der Umwandlung.
Ein umfassenderer Neustart
Die Sitzverlegung ist Teil eines breiteren Konzernumbaus. Sie begleitet die Übernahme der schwedischen Videospielgruppe Thunderful Group durch Atari, an der Atari eine kontrollierende Beteiligung von rund 82,6 Prozent für etwa 4,5 Millionen Euro beziehungsweise 50 Millionen schwedische Kronen erworben hat.
Auch die Schuldenstruktur des Konzerns spielt eine Rolle. Atari hatte ausstehende Wandelanleihen im Wert von rund 30 Millionen Euro mit Fälligkeit am 31. Juli 2026, von denen der Anleihegläubiger Irata LLC rund 98 Prozent hält und der zugesagt hat, deren Rückkauf nicht zu verlangen. Unter der neuen Struktur würde ein Überschreiten der 50-Prozent-Schwelle durch Irata LLC kein Pflichtangebot auslösen.
Unter Führung von Vorstandschef Wade Rosen beschreibt sich Atari als eine der weltweit ikonischsten Verbrauchermarken und Produzenten interaktiver Unterhaltung. Für Luxemburg ist die Ankunft eines Namens, der bis zu den Anfängen der Videospielindustrie zurückreicht, eine bemerkenswerte Ergänzung seiner Unternehmenslandschaft.
Häufig gefragt
- Warum verlegt Atari seinen Rechtssitz nach Luxemburg?
- Atari erklärt, die Verlegung verschaffe dem Unternehmen Zugang zu einer Rechtsordnung, die besser zu seinen internationalen Unternehmens-, Holding- und Finanzierungsstrukturen passe. Das Großherzogtum wird weithin als Standort für grenzüberschreitende Holding- und Finanzierungsvehikel genutzt.
- Wann soll die Sitzverlegung abgeschlossen sein?
- Die grenzüberschreitende Umwandlung der Atari SA in eine luxemburgische Aktiengesellschaft soll bis Juli 2026 abgeschlossen sein. Der Konzern behält dabei seine rechtliche Identität und seinen Aktionärskreis.
- Welche Rechte haben Aktionäre, die gegen die Umwandlung gestimmt haben?
- Sie können ihr Austrittsrecht ausüben und einen Rückkauf ihrer Aktien zu 24 Euro je Aktie verlangen. Das Ausübungsfenster läuft vom 28. Mai bis einschließlich 8. Juni 2026; die Zahlung wird zwischen Ende Juli und Ende September 2026 erwartet.
- In welchem Zusammenhang steht die Übernahme von Thunderful?
- Die Sitzverlegung begleitet einen breiteren Konzernumbau, zu dem die Übernahme der schwedischen Videospielgruppe Thunderful Group gehört. Atari erwarb daran eine kontrollierende Beteiligung von rund 82,6 Prozent für etwa 4,5 Millionen Euro beziehungsweise 50 Millionen schwedische Kronen.
Quellen
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